Ralf Jungmann erhält Förderung von Volkswagen-Stiftung

17. August 2020
Ralf Jungmann

Ralf Jungmann, Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut (MPI) für Biochemie und Professor für Experimentalphysik an der LMU München, hat zusammen mit Maartje Bastings, Direktor des Programmable Biomaterials Laboratory (PBL) an der EPFL School of Engineering (STI), und Ian Parish von der University of Melbourne und dem Peter MacCallum Cancer Center in Melbourne 1,5 Millionen Euro Forschungsförderung von der Volkswagen Stiftung erhalten.

Das gemeinsame Projekt der drei Forschungsgruppen, gefördert durch die Initiative "Life? - A Fresh Scientific Approach to the Basic Principles of Life" der Volkswagen Stiftung, soll den Ursprung des vielzelligen Lebens entschlüsseln. Die Evolution komplexer mehrzelliger Organismen vor 600 Millionen Jahren erforderte ausgeklügelte Zell-Zell-Kommunikationssysteme, um Wachstum, Differenzierung und die Organisation von Gewebe zu koordinieren. Es wird angenommen, dass dieser Evolutionssprung eine grundlegende Änderung der Proteinorganisation an der wichtigsten Schnittstelle für die interzelluläre Kommunikation erforderte: der Zelloberfläche.

Das Team will aufklären, wie membranorganisierende Proteine, sogenannte Tetraspanine, die Evolution der Vielzelligkeit ermöglichten. Die Forscher werden modernste bildgebende Verfahren in Kombination mit Algorithmen des maschinellem Lernen einsetzen, um das komplexe Muster der Zelloberflächenproteine zu analysieren. Dann will das Team mit Proteinen funktionalisiert DNA-Origami-Strukturen einsetzen, um spezifische Motive zu blockieren und so ihre funktionelle Bedeutung in der interzellulären Kommunikation zu untersuchen.

"Wir sind für die Unterstützung durch die VW-Stiftung sehr dankbar", sagt Jungmann. "Sie wird es uns ermöglichen, bisher nicht bekannte Einblicke in die komplexe räumliche Organisation von Molekülen an der Zelloberfläche und die Bedeutung für das vielzellige Leben zu gewinnen. Wir freuen uns darauf, unsere Expertise in Materialwissenschaften, Bildgebung und Zellbiologie zu bündeln, um zum Verständnis der Grundlagen des Lebens beizutragen und schließlich zu ermöglichen, es zu konstruieren".

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