Über das Institut

Über das Institut

Das Max-Planck-Institut für Biochemie (MPIB) in Martinsried bei München zählt zu den führenden internationalen Forschungseinrichtungen auf den Gebieten der Biochemie, Zell- und Strukturbiologie sowie der biomedizinischen Forschung. Mit rund 30 wissenschaftlichen Abteilungen und Forschungsgruppen und etwa 800 Mitarbeitern ist das MPIB eines der größten Institute der Max-Planck-Gesellschaft.

International führendes Institut auf dem Gebiet der Proteinforschung

Die rund 480 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, aus 45 verschiedenen Nationen kommend, erforschen die Struktur von Proteinen – an einzelnen Molekülen, aber auch an komplexen Organismen. Ihre Arbeit und die Unterstützung durch verschiedene zentrale Serviceeinrichtungen machen das MPIB zu einem international führenden Institut auf dem Gebiet der Proteinforschung. Die hohe Qualität der Forschungsarbeiten spiegelt sich auch in zahlreichen Auszeichnungen und Preisen wider. So wurden bereits zwei Wissenschaftler mit dem Nobelpreis ausgezeichnet: Feodor Lynen im Jahr 1964 und Robert Huber 1988.


Was wir machen

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des MPIB untersuchen Proteine, den Hauptakteuren in allen zellulären Prozessen – ohne sie würde unser Organismus mit seinen komplexen Abläufen nicht funktionieren. Dabei widmen sich die Forscherinnen und Forscher unter anderem folgenden Fragenstellungen: Was entscheidet, ob und aus welchen Genen Proteine entstehen? Wie steuern Proteine hochkomplexe Zellprozesse? Wie kommunizieren Zellen miteinander? Welche Kontrollmechanismen werden dabei wirksam und was geschieht bei Fehlern? Dies sind nur einige der Aspekte, die am MPIB erforscht werden.

Ein weiterer wichtiger Forschungsaspekt ist die biomedizinische Grundlagenforschung. Störungen der zellulären Signalübertragung oder fehlerhafte Proteinstrukturen können Krankheiten wie zum Beispiel Krebs, Diabetes oder Alzheimer zur Folge haben. Die Forschungsarbeit am MPIB hilft somit auch die Entstehung dieser Krankheiten besser zu verstehen und die Basis für neue Therapiestrategien zur Verfügung zu stellen.

Eine besondere Stärke des MPIB ist seine große methodische Expertise in allen Forschungsbereichen des Instituts, denn sie macht die Umsetzung der Forschungsvorhaben überhaupt erst möglich. Bei den Analysen kommen verschiedenste hochmoderne Verfahren zum Einsatz, wie Elektronen- und Lichtmikroskopie sowie Massenspektrometrie. Sie ermöglichen den Wissenschaftlern besonders tiefe Einblicke in das Innenleben der Zellen.

Zusätzlich unterstützen zentrale Serviceeinrichtungen die Forscherinnen und Forscher bei ihrer Arbeit. Die Biochemistry Core Facility, die Bibliothek, die Informationsvermittlungsstelle, das Rechenzentrum, das Tierhaus und die Werkstätte leisten wichtige Beiträge zum Gelingen der Forschung.


Aus dem Labor in die Praxis

Auch wenn das MPIB Grundlagenforschung betreibt, finden die Ergebnisse immer wieder ihren Weg in die Anwendung: Jedes Jahr werden zahlreiche Patente angemeldet. Zudem waren Wissenschaftler des Instituts an der Gründung von bisher 24 Biotech-Firmen beteiligt. Die Forschung am MPIB trägt überdies wesentlich zur Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten bei – ein Beispiel ist das Krebsmedikament Sutent, das auf Erkenntnissen von MPIB-Direktor Axel Ullrich beruht.


EU-weit kooperieren

Das MPIB verfügt über ein eigenes Grants-Office (EU-Office), das die Forscher bei der Beantragung und Koordination großer EU-Projekte unterstützt. Eines dieser Projekte ist „PROSPECTS“ (Proteomics Specification in Time and Space) unter der Leitung von MPIB-Direktor Matthias Mann. Ziel des Projekts ist, die Proteom-Forschung weiter voranzubringen sowie neue Einblicke in die Funktion von Proteinen in der Zelle und ihre Veränderung bei Krankheiten zu ermöglichen.


Max-Planck-Gesellschaft


„Dem Anwenden muss das Erkennen vorausgehen“

Das Max-Planck-Institut für Biochemie ist eines von etwa 80 Forschungsinstituten der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. (MPG). Die MPG ist eine unabhängige, gemeinnützige Forschungsorganisation, welche die Grundlagenforschung im Dienst der Allgemeinheit fördern will. Sie wird durch öffentliche Mittel von Bund und Ländern finanziert, ist jedoch keine staatliche Einrichtung, sondern ein eingetragener Verein.

Die Max-Planck-Institute forschen in den Natur-, Bio-, Geistes- und Sozialwissenschaften vor allem an neuen, innovativen Themen, denen sich die Universitäten nicht oder noch nicht widmen. Sie betreiben Grundlagenforschung im Dienste der Allgemeinheit. Um auf veränderte Anforderungen flexibel reagieren zu können und stets am Puls der Forschung zu sein, beruft die MPG international führende Wissenschaftler an bestehende Institute, definiert die Forschungsfelder von Instituten neu, gründet oder schließt Institute.

Die Max-Planck-Institute können ihre Forschung frei gestalten und weitgehend unabhängig entscheiden, welche Projekte sie auswählen und wie sie diese durchführen. Hierfür steht ihnen ein eigener, selbst verwalteter Haushalt zur Verfügung.

Bei Berufungen sowie bei der Forschungsförderung entscheidet die fachliche Qualität der Wissenschaftler und der Institute. Sie wird alle zwei bis drei Jahre von einem internationalen, unabhängigen Fachbeirat evaluiert. Die Schnittstelle zur Öffentlichkeit bildet das Kuratorium jedes Instituts. Ihm gehören neben Wissenschaftlern auch Vertreter aus Presse, Wirtschaft und Politik an.

LinkMax-Planck-Gesellschaft


Nachwuchsförderung


Den Nachwuchs fördern
Zusammen mit dem benachbarten Max-Planck-Institut für Neurobiologie ist das Max-Planck-Institut für Biochemie (MPIB) der größte Arbeitgeber im Würmtal. Die Angestellten sind in der Wissenschaft sowie in der Verwaltung und in verschiedenen Servicegruppen tätig. Am MPIB wird nicht nur die Grundlagenforschung, sondern auch die Nachwuchsförderung groß geschrieben.

Wissenschaftlicher Nachwuchs
Am MPIB sind insgesamt rund 200 Doktoranden beschäftigt. Sie absolvieren ihre Doktorarbeit entweder direkt in einer der Forschungsabteilungen oder –gruppen oder bei der interdisziplinären International Max Planck Research School (IMPRS) „From Biology to Medicine“. Die IMPRS ist eine Kooperation der Max-Planck-Institute für Biochemie, für Neurobiologie und für Psychiatrie sowie der LMU und der TU München, die herausragende Doktoranden fördert. Interdisziplinäre Angebote sollen sie ermutigen, über das eigene Fachgebiet hinauszuschauen. Auch Internationalität hat einen hohen Stellenwert, weshalb etwa die Hälfte der IMPRS-Doktoranden aus dem Ausland kommt. Die Doktoranden unterstützt außerdem ein Graduiertenprogramm (GP), das ihre Interessen vertritt. Das GP verfügt über ein eigenes Budget und kann daher zusätzliche Fortbildungsangebote, Seminare und Workshops sowie Feste und informelle Treffen organisieren.

Ausbildung
Verwaltung und Servicegruppen unterstützen die Wissenschaftler in ihrem Labor- und Büroalltag. In diesen Bereichen bietet das MPIB sechs Ausbildungsberufe an, zwei davon gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Neurobiologie. Derzeit sind an beiden Instituten zusammen etwa 40 auszubildende Biologielaboranten, Bürokaufleute, Fachinformatiker, Feinwerkmechaniker, Mediengestalter Digital und Print sowie Tierpfleger in Forschung und Klinik beschäftigt.


Nachhaltigkeit


Nachhaltigkeit des Institute

Nachhaltigkeit wird an den Max-Planck-Instituten hier in Martinsried sehr ernst genommen. Viele verschiedene Initiativen sind gestartet worden, um das nachhaltige Denken und Handeln auf dem Campus zu verbessern:


  • Mobilität: Bereitstellung alternativer und nachhaltiger Verkehrsmittel
  • Energie: Ausschalten von Lichtern und PCs
  • Ernährung: Eine Reduzierung des Fleischkonsums und die Erweiterung der vegetarischen Alternativen.
  • Artenvielfalt: Sicherung von Lebensräumen für Insekten und Wildtieren
  • Abfall: Aktive Mülltrennung und -reduzierung praktizieren

sustainability




Darüber hinaus werden regelmäßig Sustainability Luncheons organisiert, um Klimafragen im Sustainability Café jeden ersten Donnerstag im Monat für alle Mitarbeiter zu diskutieren.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an
Zur Redakteursansicht