ASBMB-Merck Award für Manajit Hayer-Hartl

Die “American Society for Biochemistry and Molecular Biology” ehrt Manajit Hayer-Hartl mit dem ASBMB-Merck Award 2020/2021.

22. April 2021
Die „American Society for Biochemistry and Molecular Biology” (ASBMB) ehrt Manajit Hayer-Hartl, Leiterin der Forschungsgruppe „Chaperonin-vermittelte Proteinfaltung“ am Max-Planck-Institut für Biochemie, mit dem ASBMB-Merck Award 2020/2021. Mit dieser Auszeichnung würdigt die ASBMB Hayer-Hartls herausragende Leistungen in Forschungsgebieten der Biochemie und Molekularbiologie. Ihr Preisvortrag bei der jährlichen ASBMB Tagung wird am 27. April 2021 stattfinden. Der Preis wird von der Firma Merck gesponsert.
Manajit Hayer-Hartl

Photosynthese ist essentiell für alles Leben auf der Erde. Der entscheidende Schritt dieses Prozesses wird vom Enzym Rubisco katalysiert, das die Aufnahme von CO2 in organische Materie ermöglicht. Allerdings arbeitet dieses Enzym in Pflanzen nicht sehr effektiv. Wie lässt sich die Funktion des Enzyms optimieren? Manajit Hayer-Hartl und ihrem Team gelang es als erste Forschungsgruppe, Rubisco in Escherichia coli zu synthetisieren. Vor diesem Durchbruch war nicht bekannt, wie sich Rubisco im Labor herstellen lässt, da sich der Enzymkomplex aus acht großen und acht kleinen Einheiten kompliziert zusammensetzt. Hayer-Hartls Forschungsgruppe identifizierte die Faktoren, die für die Proteinfaltung und -zusammensetzung nötig sind. Im Falle der Rubisco aus Pflanzen werden dazu vier verschiedene Chaperonfaktoren benötigt. Durch Zugabe der Chaperone konnte das Team einen funktionierenden Rubisco-Komplex im Labor herstellen. Dieser Durchbruch bei der Synthese von Rubisco eröffnet neue Möglichkeiten für die Zukunft, die Funktion des Enzyms zu optimieren und somit beispielsweise Ernteerträge zu erhöhen.

Über die Preisträgerin
Dr. Manajit Hayer-Hartl promovierte 1984 in Chemie an der Universität Stirling, UK. Von 1984 bis 1990 forschte sie als Postdoktorandin am Louis-Pasteur-Institut in Straßburg, Frankreich, an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und dem Jules Stein Eye Institut, Los Angeles, USA. Ihre Forschung führte sie von 1991 bis 1997 an das Sloan-Kettering-Institut, New York, USA. Anschließend war sie Projektgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried. Seit 2006 leitet sie hier die Forschungsgruppe „Chaperonin-vermittelte Proteinfaltung“. Sie untersucht grundlegende Funktionen molekularer Chaperone bei Proteinfaltung und Assemblierung. Hayer-Hartl ist gewähltes Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO) und der deutschen Akademie der Wissenschaften (Leopoldina). Für ihre Forschung wurde sie bereits mit dem Dorothy Crowfoot Hodgkin Preis der Protein Society, und dem Charles F. Kettering Preis der American Society of Plant Biologists ausgezeichnet.

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