Max-Planck-Wissenschaftler erhält Bayerischen Maximiliansorden

F. Ulrich Hartl, Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried wurde der Bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst verliehen.
 

10. November 2021

F. Ulrich Hartl, Direktor der Forschungsabteilung „Zelluläre Biochemie“ am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, nahm am 10. November in der Münchner Residenz den Bayerischen Maximiliansorden in Empfang. Mit dieser Auszeichnung würdigt der Freistaat Bayern höchste wissenschaftliche und künstlerische Leistungen. F. Ulrich Hartl erforscht, wie sich Proteine richtig falten und welche Rolle falsche Strukturen und Proteinaggregate beim Altern und bei neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson spielen: „Ich fühle mich sehr geehrt, diese Anerkennung zu erhalten.“ Neben Hartl erhielten dieses Jahr neun weitere Persönlichkeiten den Orden, unter anderem der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft Martin Stratmann.
 

F. Ulrich Hartl (links) und Ministerpräsident Markus Söder (rechts).
 

Proteine können ihre komplexen Aufgaben im Organismus nur dann erfüllen, wenn sie korrekt gefaltet sind. Da sie in vielen Fällen ihre richtige Struktur nicht selbst einnehmen können, brauchen sie Helferproteine, die sogenannten molekularen Chaperone oder „zellulären Anstandsdamen“. Die Wissenschafler um F. Ulrich Hartl erforschen Aufbau und Funktion dieser Moleküle. Für die Untergruppe der „Chaperonine“ konnten die Forschenden bereits im Detail zeigen, wie sie arbeiten: Sie kapseln Proteine während deren Faltung ein, damit sich keine Aggregate bilden können. Solche Aggregate können nämlich zu neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Chorea Huntington führen. F. Ulrich Hartl und sein Team suchen auch nach Therapieansätzen, wie die Aggregatbildung von Proteinen verhindert werden kann.

Über F. Ulrich Hartl
F. Ulrich Hartl wurde 1957 geboren und studierte Medizin an der Universität Heidelberg, wo er anschließend auch promovierte. Als wissenschaftlicher Assistent und dann Gruppenleiter wechselte er zu Walter Neupert an die Ludwig-Maximilians-Universität München. Ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft ermöglichte ihm einen Forschungsaufenthalt an der University of California, Los Angeles. Als Professor und Investigator des Howard Hughes Medical Institute war er am Sloan-Kettering Institute und an der Cornell University in New York tätig. Im Jahr 1997 gelang es der Max-Planck-Gesellschaft den hochrangigen Wissenschaftler wieder nach Deutschland zurückzuholen. Seither leitet er am Max-Planck-Institut für Biochemie die Abteilung „Zelluläre Biochemie“. In den letzten Jahren wurden ihm eine Vielzahl von Wissenschaftspreisen zuerkannt. Dazu zählen unter anderem der Albert-Lasker-Preis 2011 für grundlagenmedizinische Forschung, der Shaw-Preis 2012 zusammen mit Arthur L. Horwich und der Albany Medical Center-Preis 2016 zusammen mit Horwich und Susan Lee Lindquist. 2018 wurde Hartl in die Hall of Fame der deutschen Forschung aufgenommen, 2019 erhielt er den Dr. Paul Janssen-Preis und den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis. 2020 wurde er mit dem Breakthrough-Preis ausgezeichnet.

Gruppenbild zur Verleihung des Bayerischen Maximiliansordens im Antiquarium der Münchner Residenz: Prof. Ulrich Konrad, Prof. F. Ulrich Hartl, Prof. Immanuel Bloch, Prof. Martin Stratmann, Prof. Andreas Wirsching, Ministerpräsident Dr. Markus Söder, MdL, Prof. Doris Dörrie, Prof. Rüdiger Wehner, Prof. Heike Paul, Prof. Bärbel Friedrich, Prof. Julia Fischer (v.l.n.r.)

 

Über den Maximiliansorden
Der Maximiliansorden wurde 1853 von König Maximilian II. von Bayern gestiftet. Seitdem wurde er an mehr als 570 Wissenschaftler und Künstler für ihre herausragenden Leistungen verliehen. Die Ehrung – in der Regel durch den Ministerpräsidenten in einem Festakt – bedeutet die Aufnahme in die Ordensgemeinschaft, die nicht mehr als hundert lebende Ordensträger umfassen soll.

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