Das Bakterium Halomonas und die RMS Titanic

8. September 2016

Die Rostproduzierende Bakteriengattung Halomonas wird die gesunkene RMS Titanic bis 2030 vollständig zerstört haben. Wie das salztolerante Bakterium in seiner extremen Umgebung überleben kann, hat Dieter Oesterhelt, Emeritus am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München, zusammen mit Forschern des Institut Laue-Langevin, dem Institut de Biologie Structurale in Grenoble, Frankreich und dem Biotechnologieunternehmen Bitop untersucht. Halomonas-Mikroorganismen reichern eine hohe Konzentration des Moleküls Ectoin an. So können die schwankenden Salzkonzentrationen in der Umgebung ausgeglichen werden. Für die Untersuchungen  wurden spezielle Neutronenstreuexperimente entwickelt. Es wurde gezeigt, das Ectoin in den Mikrobenzellen die dynamischen Eigenschaften von Wasser verbessert, die für Lebensprozesse entscheidend sind. Ectoin hat damit indirekt einen stabilisierenden Effekt auf Proteine und Membranen in den Zellen.

Der Neutronenreaktor in Grenoble, ist das Instrument mit dem weltweit höchsten Neutronenfluss für die Forschung. Im Vordergrund: Modelle der Moleküle Ectoin und Wasser. Ihre ganz besondere Wechselwirkung verändert die gesamte Wasserstruktur und stabilisiert die Oberflächen von Proteinen und biologischen Membranen.

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