Neues Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für Biochemie

Stärkung internationaler Kooperationen und fachlicher Exzellenz: Der Senat der Max-Planck-Gesellschaft beruft Jan-Michael Peters als Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied

12. November 2025

Der Senat der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) hat in einem strengen Verfahren Prof. Dr. Jan-Michael Peters, Wissenschaftlicher Direktor am Institut für Molekulare Pathologie in Wien, zum Auswärtigen Wissenschaftlichen Mitglied am Max-Planck-Institut (MPI) für Biochemie ernannt. Mit dieser Berufungen würdigt die Max-Planck-Gesellschaft nicht nur das nachhaltige Engagement des Wissenschaftlers, sondern festigt auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen deutschen und internationalen Forschungsstandorten.

Im Rahmen seiner neuen Rolle wird Jan-Michael Peters das Netzwerk und die fachliche Expertise des MPI für Biochemie weiter stärken. Auswärtige Wissenschaftliche Mitglieder werden von der MPG berufen, um bewährte Kooperationen auszubauen, sowie neue Impulse für den wissenschaftlichen Austausch und gemeinsame Projekte zu geben.

Elena Conti, Geschäftsführende Direktorin des MPIs für Biochemie, betont: „Mit Jan-Michael Peters begrüßen wir einen ausgewiesenen Experten seines Fachgebiets, dessen Arbeit unser Forschungsprofil erheblich bereichern wird. Er steht für Innovationskraft, Internationalität, Führungsstärke und eine beispielhafte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Wir freuen uns außerordentlich auf die künftige Zusammenarbeit."

Jan-Michael Peters ist Zell- und Molekularbiologe und Wissenschaftlicher Direktor des Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie (IMP) am Vienna BioCenter. Sein Labor untersucht die molekularen Mechanismen der Genomfaltung und Chromosomensegregation in Säugetierzellen und leistet wichtige Beiträge zum Verständnis dieser Prozesse.

Er entdeckte, dass genomische DNA durch Cohesin-Komplexe in Schleifen gefaltet wird, die wichtige Funktionen bei der Genregulation und Rekombination haben. Sein Labor zeigte, dass die Länge, Lebensdauer und genomische Position dieser Schleifen durch die Cohesin-interagierenden Proteine WAPL und CTCF reguliert werden und dass Cohesin Chromatinschleifen durch Extrusion von DNA bildet. Des weiteren lieferte Peters Hinweise darauf, dass Cohesin-Mutationen zur Entstehung von Krankheiten wie Entwicklungsstörungen und Krebs beitragen könnten, da diese Mutationen zu Defekten in der Bildung von Chromatinschleifen führen.

Peters ist Autor von mehr als 200 Publikationen und hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Wittgenstein Award und zwei ERC Advanced Grants. Er koordinierte mehrere groß angelegte Forschungsprojekte wie die EU-Projekte MitoCheck und MitoSys.

Peters erklärt: „Die enge Verbindung zwischen dem MPI für Biochemie und dem IMP bietet großartige Synergien in den Bereichen Zellbiologie und Genomik. Ich freue mich darauf, neue Brücken zwischen Wien und Martinsried zu schlagen und meine Erfahrungen – auch in der strategischen Weiterentwicklung von Forschungsinfrastrukturen – einzubringen.“

Ich freue mich darauf, neue Brücken zwischen Wien und Martinsried zu schlagen und meine Erfahrungen – auch in der strategischen Weiterentwicklung von Forschungsinfrastrukturen – einzubringen
Jan-Michael Peters

Auswärtige Wissenschaftliche Mitglieder der MPG

Die Berufung zum Wissenschaftlichen Mitglied erfolgt durch den Senat der MPG in einem strengen Auswahlverfahren unter Beteiligung der besten MPG-internen und externen Expertinnen und Experten auf dem jeweiligen Fachgebiet.

Mit der Berufung renommierter in- und ausländischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu Auswärtigen Wissenschaftlichen Mitgliedern optimieren und stärken Max-Planck-Institute ihre wissenschaftlichen Kontakte und Kooperationsmöglichkeiten nachhaltig. Grundbedingung für die Berufung zum Auswärtigen Mitglied ist die wissenschaftliche Exzellenz der Kandidatinnen und Kandidaten: Unter dieser Voraussetzung kann berufen werden, wer mit dem jeweiligen MPI in enger wissenschaftlicher Zusammenarbeit steht bzw. gestanden hat. Berufung und Ernennung erfolgen auf demselben Wege wie bei den Wissenschaftlichen Mitgliedern der Institute.

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