Brenda Schulman wurde als ausländisches Mitglied in die Royal Society gewählt

Brenda Schulman, Direktorin am Max-Planck-Institut für Biochemie, wurde zum ausländischen Mitglied der Royal Society in London, Großbritannien gewählt.

2. Juni 2026

Die Royal Society hat Brenda Schulman, Leiterin der Abteilung „Molekulare Maschinen und Signalübertragung“ am Max-Planck-Institut für Biochemie, zum neuen ausländischen Mitglied gewählt. Die 1660 gegründete Gesellschaft ist eine der ältesten und renommiertesten wissenschaftlichen Akademien der Welt, die sich der höchsten Qualität der Wissenschaft und deren Nutzung zum Wohle der Menschheit verschrieben hat. Schulman wird für ihre bahnbrechende Arbeit an den molekularen Maschinerien gewürdigt, mit denen Zellen unerwünschte Proteine markieren und zerstören – ein System mit weitreichenden Auswirkungen auf das Verständnis von Krebs, neurodegenerative und anderen Krankheiten.

Forschung von Brenda Schulman

Wie entscheiden Zellen, welche Proteine sie behalten und welche sie beseitigt? Und wie führen sie diesen Abbau schnell und präzise durch? Brenda Schulman, Leiterin der Abteilung „Molekulare Maschinen und Signalübertragung“ am Max-Planck-Institut für Biochemie, beschäftigt sich seit fast drei Jahrzehnten mit diesen Forschungsfragen. Gemeinsam mit ihrem Team nutzt Schulman interdisziplinäre Ansätze, um molekulare Signalwege und Mechanismen aufzudecken, die zelluläre Signale mit den Abbau-Maschinerien der Proteine verknüpfen.

Zellen nutzen ein kleines Protein namens Ubiquitin als molekulare Markierung. Wenn Ubiquitin an ein anderes Protein gebunden wird, kann es dieses Protein zum Abbau markieren oder dessen Funktion verändern. Dieser Markierungsprozess wird durch eine Kaskade von Enzymen ausgeführt. Welche Proteine markiert werden und zu welchem Zweck, hängt davon ab, welche der über 600 verschiedenen Enzyme zu einem bestimmten Zeitpunkt oder an einem bestimmten Ort in einer Zelle aktiv sind. Fehler in diesem Enzymsystem verursachen zahlreiche Krankheiten, darunter Krebs, neurodegenerative Erkrankungen und Entwicklungsstörungen.

Schulman und ihr Team haben herausgefunden, wie viele dieser Markierungsenzyme ihre Zielproteine erkennen und Ubiquitin an sie anlagern. Das Verständnis dieser Mechanismen ist entscheidend, um zu entschlüsseln, wie Zellen ihre Ordnung aufrechterhalten und was bei Krankheiten nicht richtig funktioniert. Es bildet zudem die Grundlage für eine vielversprechende neue Klasse von Medikamenten, die den zelleigenen Proteinabbau-Mechanismus nutzen, um krankheitsverursachende Proteine zu eliminieren – ein Ansatz, der als zielgerichteter Proteinabbau bekannt ist. In den letzten Jahren hat Schulmans Gruppe ihre Forschung auch auf neue Bereiche ausgeweitet: Wie dieses Markierungssystem den Stoffwechsel steuert und wie der Proteinabbau innerhalb der Zellen organisiert ist.

Über Brenda Schulman

Brenda Schulman studierte Biologie an der Johns Hopkins University und promovierte 1996 am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Anschließend war sie als Postdoktorandin am Massachusetts General Hospital Cancer Center und am Memorial Sloan Kettering Cancer Center tätig. Im Jahr 2001 wechselte sie zum St. Jude Children's Research Hospital, wo sie als Forscherin am Howard Hughes Medical Institute tätig war und den Joseph-Simone-Lehrstuhl für Grundlagenforschung innehatte. Im Jahr 2017 zog sie nach Deutschland, um eine Direktorenstelle am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München anzutreten. Hier ist sie zudem als Honorarprofessorin an der Technischen Universität München tätigt.

Brenda Schulman ist gewähltes Mitglied der American Academy of Arts and Sciences, der US-amerikanischen National Academy of Sciences, Mitglied der Europäische Organisation für Molekularbiologie (EMBO), und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Zu ihren Auszeichnungen zählen der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Ernst-Jung-Preis für Medizin und der Louis-Jeantet-Preis für Medizin.

Über die Royal Society

Die Royal Society ist eine selbstverwaltete Vereinigung und eine der ältesten wissenschaftlichen Institutionen der Welt, die im Jahr 1660 gegründet wurde. Ihre Aufgabe besteht darin, wissenschaftliche Spitzenleistungen anzuerkennen, zu fördern und zu unterstützen sowie die Entwicklung und Nutzung der Wissenschaft zum Wohle der Menschheit voranzutreiben. Die Gesellschaft umfasst heute rund 1.900 herausragende Wissenschaftler*innen, Ingenieure und Technologen, darunter etwa 85 Nobelpreisträger. Fellows und ausländische Mitglieder werden auf Lebenszeit durch ein Peer-Review-Verfahren auf der Grundlage wissenschaftlicher Exzellenz gewählt. Jedes Jahr werden bis zu 109 neue Fellows, darunter bis zu 24 ausländische Mitglieder, aus Kandidaten gewählt, die von den bestehenden Mitgliedern vorgeschlagen werden.  Weitere Informationen: https://royalsociety.org/

 

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