Preisgericht wählt Siegerentwürfe für den neuen Max-Planck-Campus Martinsried
Anschließende Schritte können nun das Büro zur Umsetzung des neuen Max-Planck-Campus festlegen
Auf der Praterinsel in München fand am 4. und 5. November die Preisgerichtssitzung der zweiten Phase des zweistufigen Architekturwettbewerbs für den neuen Max-Planck-Campus in Martinsried statt. Den Vorsitz führte der Architekt Prof. Tobias Wulf von der Hochschule für Technik Stuttgart.
Das hochkarätig besetzte Preisgericht setzte sich aus Fach- und Sachpreisrichterinnen und -richtern zusammen. Unter den Teilnehmenden befanden sich neben renommierten Architektinnen und Architekten auch Vertreterinnen und Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Gemeinde Planegg sowie der beiden künftigen Nutzer – des Max-Planck-Instituts für Biochemie und des Max-Planck-Instituts für biologische Intelligenz.
Der Wettbewerb war am 17. Dezember 2024 ausgelobt worden. In der ersten Phase wurden 15 Entwürfe eingereicht, von denen nach der ersten Preisgerichtssitzung Ende Juni sechs für die zweite Phase ausgewählt wurden. Aus diesen Beiträgen ermittelte das Preisgericht nun die Preisträgerinnen und Preisträger.
Die zweitägige Sitzung eröffnete Prof. Dr. Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. In seinem Grußwort würdigte er das Engagement der teilnehmenden Teams und unterstrich die besondere Bedeutung des Projekts. Er bedankte sich ausdrücklich bei allen Beteiligten für ihre intensive Arbeit und ihren Beitrag zu diesem offenen, konstruktiven und demokratischen Prozess. Zugleich betonte er, dass die Max-Planck-Gesellschaft großen Wert darauf legen werde, die weiteren Schritte mit Sorgfalt zu begleiten und sicherzustellen, dass dieses zukunftsweisende Projekt zum Erfolg geführt wird.
Nach intensiver Prüfung der eingereichten Arbeiten und konstruktiver Diskussion in der Jury zeigte sich, dass die Entwürfe bereits viele bemerkenswerte Antworten lieferten und Potenziale aufdeckten, an einigen Stellen jedoch bei allen Entwürfen noch Entwicklungsmöglichkeiten vorhanden sind. Aufgrund der sehr hohen Komplexität und der Vielzahl wichtiger, zukunftsweisender Fragestellungen ist noch eine vertiefte Auseinandersetzung in bestimmten Bereichen sowie eine weitere Schärfung mancher Aspekte notwendig.
„Die Aufgabe war höchst komplex, weshalb eine sorgfältig vorbereitete Jurysitzung mit intensiven Diskussionen nötig war. Neben den funktionalen Anforderungen und schwierigen Rahmenbedingungen stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie ein zukunftsfähiger Forschungscampus der Max-Planck-Gesellschaft städtebaulich, architektonisch und energetisch gestaltet werden kann. Die endgültige Entscheidung wird nach weiterer Vertiefung getroffen. Unabhängig davon verdient das hohe Niveau aller Einreichungen sowie das große Engagement der Teilnehmenden und Expertinnen und Experten besondere Anerkennung.“ betonte Juryvorsitzender Prof. Tobias Wulf.
Die Jury beschloss einstimmig zwei gleichwertige zweite Preise und einen dritten Preis zu vergeben, um im weiteren Verlauf ein gemeinsames und nachhaltiges Ergebnis zu erzielen.
Ausgezeichnete Entwürfe
Folgende Teams wurden mit Preisen ausgezeichnet:
| 2. Preis: h4a Gessert+Radecker Generalplaner GmbH, Stuttgart |
2. Preis: Staab Architekten GmbH, Berlin |
|---|---|
| Architektur, Landschaftsarchitektur, Technische Ausrüstung, Tragwerksplanung, Stadtplanung | Architektur |
im Team mit
|
im Team mit
|
|
3. Preis JSWD Architekten, Köln |
|
| Architektur, Stadtplanung | |
im Team mit
|
Die Vergabe der Preise wurde mit einfacher Mehrheit beschlossen. Zum Abschluss der Preisgerichtssitzung empfahl das Gremium der Max-Planck-Gesellschaft die Preisträger mit der Überarbeitung ihrer Entwürfe auf Basis der Anmerkungen des Preisgerichts zu beauftragen und diese im weiteren Vergabeverfahren zu bewerten.
Hintergrund: Ein neuer Campus für exzellente Forschung
Nach über 50 Jahren intensiver Nutzung sind die bestehenden Gebäude der beiden Max-Planck-Institute in Martinsried in die Jahre gekommen. Den modernen und flexiblen Ansprüchen wissenschaftlicher Forschung können die Gebäude langfristig nicht mehr gerecht werden. Ebenso kann zukünftig notwendigen technischen, funktionalen und nachhaltigen Anforderungen in der bestehenden Bausubstanz nicht entsprochen werden. Da eine umfassende Sanierung der Gebäude wirtschaftlich nicht sinnvoll umgesetzt werden kann, sollen neue Gebäude auf dem Grundstück der Max-Planck-Gesellschaft entstehen.
Mit dem Wettbewerb verfolgte die Max-Planck-Gesellschaft somit das Ziel, einen interdisziplinär entwickelten Entwurf für die bauliche Neuentwicklung des traditionsreichen Forschungsstandorts in Martinsried zu erhalten. Im Mittelpunkt standen die städtebauliche und architektonische Planung des neuen Max-Planck-Campus Martinsried, der künftig die Forschungs-, Verwaltungs- und Infrastrukturbauten der beiden Max-Planck-Institute vereinen soll.
Der neue Campus soll ein Ort werden, der innovative Forschung im lebenswissenschaftlichen Bereich mit einem modernen, offenen und klimaneutralen Campuskonzept verbindet. Die Umsetzung ist in mehreren Bauabschnitten geplant; der erste Bauabschnitt umfasst rund 43.000 Quadratmeter Geschossfläche.
Nächste Schritte
Die Überarbeitung der Entwürfe der drei ausgezeichneten Teams soll als kooperatives Verfahren in Zuge der vergaberechtlich erforderlichen Verhandlungen geführt erfolgen. Ziel ist es, bis zum Frühjahr 2026 den finalen Entwurf als Basis für die weitere Planung des Campus auszuwählen und die geeigneten Partnerbüros als Generalplanerinnen und Generalplaner zur Realisierung des Max-Planck-Campus zu beauftragen. Im Anschluss sollen alle Entwürfe der ersten und zweiten Wettbewerbsphase der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Der folgende Schritt wird sein, den ausgewählten Entwurf in die Bauleitplanung zu überführen und damit die Grundlage für die konkrete Umsetzung zu schaffen.
