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Angeborene Immunität

Angeborene Immunität

Viren im Visier

Massenspektro-metrische Identifikation eines IFIT (große Symbole) enthaltenden Proteinkomplexes, der zelluläre Proteine rekrutiert.
Massenspektro-metrische Identifikation eines IFIT (große Symbole) enthaltenden Proteinkomplexes, der zelluläre Proteine rekrutiert. [weniger]

Der Körper ist ständig Angriffen von fremden Bakterien oder Viren ausgesetzt. Das Immunsystem hat deshalb Mechanismen entwickelt, sich gegen die unerwünschten Eindringlinge zu wehren. Andreas Pichlmair möchte mit seiner Forschungsgruppe entschlüsseln, wie Wirt und Erreger gegeneinander kämpfen und welche dieser zahlreichen Wechselwirkungen über Erfolg oder Misserfolg einer viralen Attacke entscheiden.

Wenn Viren in unseren Körper gelangen, reagiert das Immunsystem sofort. Immunzellen erkennen den Erreger über bestimmte Signalmoleküle auf der Zelloberfläche und leiten das passende Manöver ein. Diese molekularen Sensoren für Viren sind ein Schwerpunkt von Pichlmairs Arbeit. Doch die Erreger holen häufig zum Gegenschlag aus. Sie verfügen ihrerseits über virale Immunmodulatoren und andere Mechanismen, die eine Abwehrreaktion blockieren. Pichlmairs Team hat bereits rund 600 zelluläre Proteine identifiziert, die diese viralen Immunmodulatoren beeinflussen.

Feindliche Übernahme
Gelingt es den Erregern trotzdem eine Zelle zu infizieren, übernehmen die Viren das Kommando und lassen den Stoffwechsel der Zelle für sich arbeiten. Noch ist unklar, wie sie die genetische Aktivität und die Proteinproduktion der befallenen Zellen im Detail verändern. Weil eine Vielzahl von Genen betroffen ist, setzen Pichlmair und seine Kollegen unter anderem auf die Methoden der Massenspektrometrie. So können sie erfassen, welche Proteine in welcher Menge zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zelle vorhanden sind.

Schutzwall gegen Viren
In einer früheren Studie konnte Pichlmair bereits einen grundlegenden Mechanismus der zellulären Virenbekämpfung nachweisen: Die IFIT-Proteine unterscheiden virales Erbmaterial von zellulärem Erbmaterial und zerstören es – was sie für neuartige antivirale Therapien interessant macht. Noch immer lassen sich Viren medikamentös nicht wirksam bekämpfen – ein Blick auf die körpereigene Sicherheitstechnik lohnt also.

 
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