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Prof. Dr. Inaam Nakchbandi

c/o Institut für Immunologie der Universität Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 305, 69120 Heidelberg

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Translationale Medizin

Fibronektin – ein Klebstoff, der mehr kann

Ist Fibronektin vorhanden (oben), entwickelt sich nach Schädigung der Leber weniger fibrotisches Gewebe (grün) als ohne Fibronektin (unten).
Ist Fibronektin vorhanden (oben), entwickelt sich nach Schädigung der Leber weniger fibrotisches Gewebe (grün) als ohne Fibronektin (unten). [weniger]

Das Bindegewebe hält die Zellen eines Organismus zusammen und verleiht den Organen ihre Struktur. Eines seiner Bestandteile ist Fibronektin. Dieses Protein dient aber nicht nur als Kleber, sondern ist auch für verschiedene Krankheiten von großer Bedeutung. Inaam Nakchbandi und ihr Team wollen herausfinden, wie es arbeitet.

Damit ein Gewebe die richtige Form wahrt, müssen seine Zellen zusammengehalten werden. Dafür sorgt das Bindegewebe, denn es verleiht den Organen ihre Struktur. Ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes ist Fibronektin. Dieses Strukturprotein ist mehr als nur ein Klebstoff, denn es spielt etwa bei der Embryonalentwicklung, der Wundheilung oder der Zellwanderung eine zentrale Rolle. Die Wissenschaftler um Inaam Nakchbandi untersuchen die Funktionen von Fibronektin in verschiedenen Geweben und seine Bedeutung für Erkrankungen wie Krebs, Osteoporose, Diabetes und Leberfibrose.

Ein Protein mit großer Wirkung

Fibronektin beeinflusst das Verhalten der Zellanker (Integrine) und somit auch die Funktionen der umliegenden Zellen. Integrine dienen als Rezeptoren an der Zelloberfläche und sind beispielsweise für Form und Anordnung der Zelle, ihre Fortbewegung oder für die Zellteilung wichtig. Die Wechselwirkung zwischen Bindegewebe und Zellen tritt sowohl im gesunden Gewebe als auch bei verschiedenen Krankheiten auf.

Ohne Fibronektin wird Krebs ausgebremst

Eine große Rolle spielt Fibronektin bei der Tumorausbreitung: Fehlt es, verbreitet sich der Krebs langsamer. Die Blutgefäße, die ihn mit Nahrung versorgen, wachsen schlechter. Leberfibrose dagegen verstärkt sich ohne Fibronektin. Daher vermuten die Forscher, dass Fibronektin die Wirkung eines Moleküls abfedert, das diese Krankheit auslöst. Die Ergebnisse könnten künftig möglicherweise zur Entwicklung neuer Therapien beitragen.

 
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